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1. Woche, Donnerstag

Nachdem ich mir gestern vor Augen halten sollte

"Ich bin dankbar, dass ich mich an erster Stelle um meine eigene Persönlichkeitsentwicklung kümmern kann und werde die kommenden zwölf Wochen genau dafür nutzen."

komme ich heute wohl zum ersten Mal an einen für mich persönlich etwas schwerer umzusetzenden Punkt ...

Es geht darum, dass viele Menschen ihrer Kindheit oder auch bestimmten Personen dieser Zeit (im Beispiel des Buches ist es die Mutter und das trifft auch für meine eigene Geschichte zu) am eigenen Dilemma die Schuld geben.

"Wenn meine Mutter nicht x, dann wäre vermutlich y ...", oder "Hätte meine Mutter doch bloß dies, dann wäre niemals das ..." Sowas halt.

Hhmm - ich habe auch immer viel auf meine Mutter geschimpft und es fällt mir wirklich nicht sonderlich leicht, dankbar für ihr Verhalten zu sein, aber ich will das Buch schließlich ernsthaft durcharbeiten, also geb ich mir Mühe.

Im Buch ist es ja ein befreundeter Arzt, der angesprochen wird, und Herr Pallas erklärt seinem Freund, dass sowohl er als auch dessen Ehefrau sicher alles tun, um ihren Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten - aber er hinterfragt auch kritisch, ob es denn nicht evtl. sein könnte, dass die Kinder viel lieber auf das Boot oder was weiß ich was verzichten würden, wenn die Eltern dafür sich nicht krumbuckeln müssten und stattdessen etwas mehr Zeit für ihren Nachwuchs hätten.

Das ist nur ein Beispiel von vielen und auch wenn die wenigsten Leute ein Boot besitzen, es geht letzten Endes darum, dass man seinen Kindern oft genau das zu ermöglichen versucht, was man selbst als Kind nicht hatte und man sieht darin sicher nichts Verwerfliches, nein - man meint es aus tiefster Seele gut und versteht nicht, dass es vielleicht ganz anders ankommen könnte - weil man selbst natürlich weiß, welche Intention hinter all den eigenen Tun steckt.

Aber weiß das ein Kind? Kann es ein Kind als Zuwendung und Liebesbeweis anerkennen, wenn die Eltern nur arbeiten, nie da sind und die gemeinsame Zeit fehlt?

Laut Buch soll man sich vorstellen, die eigene Mutter hätte aus eben diesen Beweggründen so gehandelt, wie sie gehandelt hat - aus purer Liebe zu ihrem Kind und weil sie ihm etwas ermöglichen wollte, was ihr nicht möglich war, oder umgekehrt, es vor etwas schützen wollte, was sie selbst als unangenehm hat erfahren müssen. Könnte es möglich sein, dass sie ihrer Liebe ebenfalls auf diese, für das Kind missverständliche, Art hat Ausdruck verleihen wollen?

Kann es sein, dass die Mutter selbst unglücklich und unzufrieden darüber war, dass nicht die Resultate erzielt wurden, die sie erhofft hatte, traurig darüber, dass das Kind nicht so reagiert, wie sie (in ihrer guten Absicht) es verdient hätte?

Könnte Ärger, Hass und Streit innerhalb der Mutter-Tochter-Beziehung aus diesen Missverständnissen, deren Ursache nichts als unverstandene Liebe war, gewachsen sein?

Hat die eigene Mutter evtl. nur nicht so richtig zeigen können, dass sie ihr Kind von Herzen liebt? IST DAS AUCH NUR HALBWEGS MÖGLICH?

Mein Leben lang war ich überzeugt davon, meine Mutter hasst mich, hat mich nur bekommen, damit mein Vater sie nicht verlässt (erfolglos) und Schläge oder kinderlose Urlaubsreisen haben nicht unbedingt dazu beigetragen, dass ich das anders sehen konnte.

Aber na ja, wollte ich nciht tatsächlich viel lieber in den Ferien bei meiner Oma sein? Vielleicht kommt erschwerend hinzu, dass ich die ersten beiden Jahre bei meiner Oma gelebt habe und erst dann meine "wahre Mutter" mich bei ihr aufgenommen hat (krankheitsbedingt). Wir hatten einfach keinen guten Start und wäre es unter Umständen nicht möglich, dass deshalb nicht nur ich unglücklich war, sondern auch sie? Vielleicht habe nicht nur ich keinen Weg zu ihr finden können, vielleicht KONNTE auch sie nicht, obwohl sie vielleicht doch gewollt hätte?

Ich weiß es nicht, aber wenn ich drüber nachdenke, muss ich es wohl für möglich halten ... Vielleicht hat sie mich ja doch gern gehabt, konnte es nur nicht mitteilen.

Wie auch immer, Herr Pallas fordert im Buch dazu auf, man solle sich seine Mutter als kleines Mädchen vorstellen, mit all den Ängsten, Sorgen und Nöten, die es erwartungsgemäß gehabt haben wird. Vielleicht kam ein Geschwisterchen, obwohl die Mutter früher selbst gern noch etwas länger umsorgt worden wäre. Vielleicht musste sie früh im Haushalt mithelfen, obwohl sie lieber gespielt hätte? Vielleicht hat man ihr den Umgang mit xy oder z verboten, weil man ihn nicht für gut genug hielt ...

Was auch immer.

Man soll sich bewusst machen, dass sie eigene Mutter auch mal ein Kind war. Dass sie ebenfalls Erfahrungen gemacht haben wird, Verluste hat hinnehmen müssen und Frustrationen.

Vielleicht kann man sich in den Kopf der früheren Mutter hineinversetzen, ihre Entwicklung etwas nachvollziehen und erkennen, dass sie es vielleicht sogar nie anders hat vorgelebt bekommen. Dass sie in einer Zeit lebte, die es nicht so leicht machte wie heute, seinen eigenen Weg zu finden und ganz zum Schluss des heutigen Tageskapitels kommt etwas sehr Bewegendes (für mich zumindest).

Ich schreib mal aus dem Buch ab ...

Sieh deine Mutter nun, wie sie dich als Kind auf dem Arm hält und dir folgendes sagt.
"Könnte ich doch alles richtig machen und dir alles geben, was du dir wünschst. Und könnte ich dir doch nur zeigen, wie sehr ich dich liebe.
Ich drücke dich nun ganz fest an mich und sage dir aus einem Herzen voller Liebe - ich liebe dich!"

Und nun soll man sich zurücklehnen, die Augen schließen und sich das so intensiv wie möglich vorstellen ...

Ein merkwürdiges Gefühl, aber es fühlt sich  "merkwürdig gut und traurig zugleich" an ...

Ich mach mal Schluss für den Moment.

 

7.8.08 13:03
 


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